Zu allen Jahreszeiten wandern wir oder machen einen Ausflug. Die Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.
Gäste sind immer wieder herzlich Willkommen.
Wanderung zur Kirmeskönigin (27.03.2011), hier klicken
Freiluftmuseum Lindlar (19.09.2010), hier klicken
Fotoserie Melaten (25.04.2010), hier klicken
Aber zum Friedhof..? Na ja, auch schon lange nicht mehr gewesen…
Wie , nicht zu unserem? Nach „Melaten“ ??? Auf die feindliche Rheinseite??
Nee, Nee – aber auf keinen Fall zu Fuß; maximal mit der KVB…
Und so stiegen über 50 Wanderlustige Moitzfelder aus der Straßenbahn, schweißüberströmt, angsterfüllt vor dem letzten Gang…
Ehrlich, hier kann jeder schon zu Lebzeiten „Patenschaften“ übernehmen – inklusive „Probeliegen“.
Es war wirklich, ein ungewöhnliches und schönes Sonntagserlebnis.
Wer hat schon vordem einen Friedhof besucht und am passenden Grab (Willi Ostermann) „Ich mööch zo Fooß, no Kölle jonn“ gesungen?
Am Grab unseres Hänneschen-Gründers (Johann Christoph Winters) wurde sogar folgender Tünnes und Schäl – Witz erzählt: Tünnes und Schäl trefffen sich ....
(Anmerkung der Redaktion: Dieser Witz musste von uns aus Gründen des Jugendschutzes an dieser Stelle gelöscht werden).
„Schad ! Der wor esch joot!“
Ganz nebenbei haben wir alle noch viel Wissenswertes erfahren.
So, z.B. dass den Kölnern ihr erster Friedhof (Melaten 1810) von den Franzosen
„auf das Auge gedrückt wurde“, dass der Herr Architekt Wallraf die Gestaltung übernommen und ganz nebenbei,
als Hobby sozusagen alles an Kunstgegenständen gesammelt hat, was ihm unter die Finger kam.
Dann starb er, wurde auf Melaten – wo denn sonst- begraben und plötzlich fiel dem Umfeld auf:
Keine Kinder, keine „HIER“ schreienden Erben – wohin mit der ganzen Kunst?
Rund 20 Jahre später spendierte der Herr Bankier Richartz das nötige Kleingeld für den Bau einer ersten kleinen Ausstellungshalle.
Fertig war die „Kölsche Lösung“ und, damit das auch keiner vergisst, haben wir Heute eben ein schönes Wallraf - Richartz Museum.
Logisch: Richartz liegt natürlich auch… (Kleiner , gemeinsamer Gedenkstein der Stadt Köln- denn wir müssen alle sparen…).
Damit die Reichen unter den 55.000 Gräbern auch gut zu erkennen sind, schlafen sie links und rechts von der „Mittelachse“.
Passenderweise vom Volksmund in „Millionärs-Allee“ umbenannt.
Inzwischen gibt es nicht nur „Viertel“ für die reichen und namhaften Kölner – Familien,
wie: Johann – Maria – Farina (Eau de Cologne), Ferdinand Mühlens (4711) oder Klosterfrau (um nur die Elite der Kölner DuftWelt zu nennen)
Es gibt Wege, an denen die Schriftsteller sich zusammengefunden haben
(u.a.: Konsalik (Der Arzt von Stalingrad, Strafbatalion 999 usw.).
Und es gibt Wege an denen sich unsere bekannten Künstler ein Stelldichein geben, wie u.a. Rene Deltgen, Willi Birgel,
Gunther Philipp und natürlich unser Willy Millowitsch.
Ein Stückchen weiter, an den Grabstätten der Familien Sünner und Früh fehlte eigentlich nur der Ausschank von einem leckeren Kölsch.
Ja, und dann gibt es tatsächlich die „Patenschaftsgräber“. Der Pate pflegt und gestaltet das Grab „Heute“
und darf dafür „Morgen“ an dieser Stelle einziehen. „Saturn“ Waffenschmitt (mit Platz für 80 Särge)
oder King-Size Dick sind nur zwei von vielen bekannten Namen.
Eine gute Idee, da sonst die z.T. sehr schönen Gräber,
Kunst- und Kulturstätten – ohne Pflege – immer mehr vermodern und zerfallen.
Wer sich so intensiv mit „dem Tod“ beschäftigt hat, musste sich anschließend umso intensiver „dem Leben“ zuwenden.
Ab ging es in das Braunsfelder „Marienbildchen“ wo bei superdickem, leckeren Kottelette und süffigem Kölsch die notwendige,
angeregte und lustige „Auswertung der heutigen Veranstaltung“ durch Vorstand und Teilnehmer erfolgte.
Übrigens: Schön, dass genau vor dem Lokal wieder eine KVB – Haltestelle war…
Und vor allem, wie singt unser Tommy Engel, in seinem Lied über Melaten so treffend:
„Un schön es, wenn mer blieve kann – un net muß“